Mittwoch, 3. November 2010

BLIND

stiller see im mondlicht
endlose ozeane deines herzens
du siehst nicht was du
sehen musst obwohl es
vor dir liegt
schweigend blendet die sonne
deine augen du nimmst
kaum ihr strahlen wahr
gefangen in deinen eigenen
netzen leidest du
tag und nacht berühren
dich nicht weil deine welt
grau ist dein herz betäubt
der zweifel an dir selbst
die stacheln in
der ewig blutenden wunde
scheinbar unheilbar weil
du sie immer wieder
aufreißt in der verzweiflung
die du liebst
die du brauchst weil sie
das einzige ist was du
spüren kannst sind deine
sinne scheinbar sensibel
doch im nebel verborgen
die schwarzen berge scheinen
unüberwindlich bist du
dir nicht bewusst dass du
fliegen kannst weil du
die blume in dir
immer wieder ertränkst und
das feuer deiner seele
verlöschen lässt indem du
deine augen schließt vor
der schönheit deiner selbst
mehr als ein leben trägst
du in dir verschmähst es
aber und ersehnst den tod
weil du all das tötest was
dich retten kann
du selbst bist der schlüssel
zu deinem geheimnis trägst du
doch in dir all das was
du verloren glaubst die quelle
der reinheit
die das heilt was du selbst
zerbrochen und dir das
zurückgibt was du dir selbst
in unzähligen kämpfen
genommen hast
doch an der oberfläche findest
du nicht einen tropfen
in die tiefe musst du tauchen
um zu entdecken was die
ganze zeit vor dir liegt
es gibt kein geheimnis denn
du selbst bist die antwort
auf all deine fragen und
es sind deine augen die das
licht der hoffnung tragen...

05. Januar 1999

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